Monika Dzialas & Rebecca Froese
Stell’ dir vor, du betrittst morgens dein Büro. Du schaltest das Licht an, legst dein Gepäck ab, setzt dich an deinen Schreibtisch, willst gerade den PC hochfahren. Und dann das: Überall liegen Gegenstände herum – du kannst kaum die Arbeitsfläche sehen. Auf einem Bücherstapel, den du vor Wochen in der Bibliothek ausgeliehen hast, stehen noch die Kaffeetassen der letzten drei Wochen. Einen Augenaufschlag weiter siehst du Flyer, die du versehentlich doppelt ausgedruckt hast, direkt neben Fotos von einer Veranstaltung, die du schon längst sortiert haben wolltest. Bei der Eingabe des Anmeldepassworts fühlt sich die Tastatur etwas klebrig an – kein Wunder, denn vor lauter Stress fand deine Mittagspause in den vergangenen Tagen vor dem Bildschirm statt. Immerhin das Passwort stimmt direkt beim ersten Versuch, steht es doch gut sichtbar auf dem Post-It an deinem Bildschirm. Du seufzt. Schon beim Anblick dieses Chaos hast du keine Energie mehr, überhaupt erst anzufangen, geschweige denn produktiv und konzentriert zu sein.

Zwischen Dokumenten-Dubletten und E-Mail-Stau: Der digitale Schreibtisch
Während diese beschriebene Unordnung offen sichtbar und gleichzeitig schon mit ein paar Handgriffen zu beheben wäre, ist das Chaos unserer digitalen Schreibtische fast unsichtbar, viel weniger greifbar, und dennoch problematisch. Datenmüll sammelt sich in unseren täglich genutzten Medientechnologien – seien es PCs, Laptops oder Smartphones. Dutzende Versionen von Dokumenten liegen auf der Festplatte, von denen allerdings nur die letzte als Artikel in der Zeitschrift eingereicht wurde. Ordner voller Fotos mit demselben Motiv füllen die Cloud, doch nur auf einem ist das Objekt nicht verschwommen. Das Durchscrollen des E-Mail-Postfachs dauert länger als die Feeds der sozialen Medien – und das sind nur die Nachrichten, die nicht in einen Unterordner sortiert oder gar selbst gesendet wurden. Die Papierkörbe der Geräte und des E-Mail-Postfachs nehmen ungeahnte Größen an, denn im Digitalen quillt der Papierkorb nicht über oder beginnt übel zu riechen. So gerät digitaler Müll schnell in Vergessenheit.
Von Produktivitätseinbußen bis Klimawandel: Die Folgen digitalen Mülls
Diese Verunreinigungen des virtuellen Arbeitsplatzes haben weitreichende Folgen: Es dauert länger, bis du die Dokumente oder E-Mails mit dem aktuellsten Informationsstand findest; die Cloud, die du dir mit anderen teilst, hat weniger Speicherkapazitäten für neue Dateien; deine Arbeitsgeräte werden langsamer und müssen schneller ausgetauscht werden; und vor allem verbrauchen die Server deiner Cloud mehr Energie und verursachen dadurch mehr CO2-Emissionen, wenn du dort all deine unsortierten Daten ablegst, die aber trotzdem ständig abrufbereit gehalten werden. Der Energiebedarf ist gerade bei Rechenzentren, in denen die Server stehen, steigend. Allein im Jahr 2025 verbrauchten Rechenzentren in Deutschland 21,3 Mrd. kWH – und damit doppelt so viel wie noch 2010 (Hintemann & Hinterholzer 2025). Die Tendenz steigt, denn vor allem durch das Training und die Nutzung Künstlicher Intelligenz werden weitere IT-Kapazitäten gebraucht. Das setzt aber voraus, dass die nötige Netzinfrastruktur und Stromanschlüsse vorhanden sind oder ausgebaut werden – insofern diese Anschlüsse an das Stromnetz in den jeweiligen Regionen überhaupt verfügbar sind (ebd.). Die Einrichtung von Rechenzentren könnte sich demnach auch auf die lokale Bevölkerung auswirken, indem zusätzliche Kosten für den Netzausbau auf die Endkund*innen umgelegt werden. Die erhöhte Nachfrage würde damit den Strompreis in die Höhe treiben (Jungblut 2025). Nicht zu vergessen sind dabei die ökologischen Folgen von Rechenzentren. Durch ihren durchgängigen Betrieb sind sie zudem auf eine kontinuierliche Stromversorgung angewiesen, die weiterhin in Teilen noch immer durch Fossile Energieträger gedeckt wird. Zudem wird aufgrund des wachsenden Kapazitätsbedarfs neben der Energieversorgung Strom auch beim Bau neuer Anlagen benötigt. Das ist sehr ressourcenintensiv und geht mit erheblichen Umweltauswirkungen einher. Für die Kühlung eines Rechenzentrums mit 1 Megawatt durch Verdunstungskühlung werden bspw. circa 25,5 Millionen Liter Wasser pro Jahr gebraucht. Das entspricht etwa 3 Millionen Klospülungen oder mehr als 2 Millionen Kisten Mineralwasser. Auch klimaschädliche Gase sind in der Kühlung von Rechenzentren noch weit verbreitet (BMWK 2025).
Digital Cleanup: Gemeinsam digital ausmisten
Nicht nur der Müll auf dem Schreibtisch kann regelmäßig zur Tonne gebracht werden. Auch digital ist ein regelmäßiges Ausmisten ohne größere Schwierigkeiten umzusetzen (Wichtig: in Arbeitskontexten sind ggf. einige Regularien zu berücksichtigen, z.B. Aufbewahrungspflichten). Wie dies gehen kann, hat die NGO „Let‘s Do It World“ im Rahmen der Initiative des World Cleanup mit der Kampagne des Digital Cleanup Day gezeigt. Jedes Jahr am dritten Samstag im März (in diesem Jahr am 21. März 2026) rufen die Veranstalter*innen dazu auf, in mehreren Schritten alte Daten zu löschen und neue Routinen aufzubauen, um neuen Müll gar nicht erst zu produzieren. Um die beschriebenen sozial-ökologischen Auswirkungen gesamtgesellschaftlich zu reduzieren, reicht es allerdings nicht aus, nur den individuellen Arbeitsplatz zu entmüllen.
Aus diesem Grund hat die Universität Münster ihre eigene Verantwortungsrolle als öffentliche Institution hinterfragt und es sich als Organisation zur Aufgabe gemacht, alle Mitarbeitenden und Studierenden zur Entsorgung des digitalen Datenmülls aufzurufen. Im Rahmen einer Aktionswoche – der Digital CleanUp Week – (in diesem Jahr vom 16. bis 20. März 2026) sind alle Mitglieder der Universität Münster dazu eingeladen, sich jeden Tag einem neuen, unaufgeräumten Bereich der Datenspeicherung zu widmen und diesen auszumisten.
Nachhaltige Digitalisierung: Datenmüll ist Teil einer komplexen Problemstellung
Der Umgang mit digitalem Müll ist neben der Hardware unserer Medientechnologien und den darin verbauten Rohstoffen ein wichtiger Aspekt nachhaltiger Digitalisierung. Er ist unbedingt mitzudenken bei der Frage: Wie kann Digitalisierung nicht nur als Werkzeug für eine nachhaltige Entwicklung dienen, sondern auch selbst nachhaltig gestaltet sein? Um dieser Frage einen Schritt näher zu kommen, bietet es sich an, bewährte Praktiken aus der Kreislaufwirtschaft in den Blick zu nehmen, auch wenn dies aufgrund des sehr unterschiedlichen Charakters des Mülls zunächst nicht offensichtlich erscheint. Mit rethink, reduce, refuse adaptieren wir hier exemplarisch drei Rs der R-Strategien aus der Kreislaufwirtschaft für den Umgang mit digitalem Müll, um das eigene individuelle als auch institutionelle digitale Verhalten nachhaltiger und damit gerechter für heutige und zukünftige Generationen (UN WCED 1987) zu gestalten.
Rethink: In welcher Beziehung stehe ich zu meinen Daten?
Die Beziehung zu den eigenen Daten wirkt sich enorm auf das Verhalten zu Datenmüll aus. Es fällt schwer, sich von etwas zu trennen, in das Lebenszeit investiert wurde, auch im Digitalen. „Vielleicht brauche ich die Version von vor drei Monaten ja noch einmal, weil ausgerechnet dort der Schlüssel für mein Problem versteckt liegt, das ich in drei Jahren haben werde“. Wirklich?
Die Reflexion darüber, wo und warum Datenmüll entsteht, ist die Voraussetzung für die Reduktion von Müll und die Transformation müllproduzierender Praktiken. Handelt es sich um Datenmüll, von dem ich denke, ihn noch einmal zu benötigen (Beziehungsstatus: es ist kompliziert)? Sind es Duplikate, weil ich mich in meinem eigenen Ablagesystem nicht mehr zurechtfinde oder unter Zeitmangel nie ein funktionierendes System erarbeitet habe und dadurch Dinge immer wieder neu herunterlade und an anderen Orten abspeichere (Beziehungsstatus: unverbindlich daten)? Handelt es sich einfach um alte Daten, die ich aktuell nicht brauche, aber auch nicht entsorgen darf oder möchte (Beziehungsstatus: auseinandergelebt)? Oder hast du tatsächlich genau die Daten, die du brauchst an den Stellen abgelegt, wo du den Schlüssel des Problems auch in drei Jahren noch findest (Beziehungsstatus: die sichere Bindung)? So oder so, Aufräumen tut gut – auch im Digitalen. Natürlich wäre es maßlos übertrieben, bei jeder E-Mail à la Marie Kondo nach „does it spark joy“ (löst es Freude aus) zu fragen, bevor sie im Papierkorb verschwindet. Dennoch erleichtert und befreit ein aufgeräumter digitaler Schreibtisch und wird dadurch vielleicht sogar selbst zu einer Quelle des Wohlbefindens.
Während die Klärung des Beziehungsstatus Aufschluss über das warum der Entstehung von Datenmüll gibt, ist die Frage danach, wo der Datenmüll entsteht, entscheidend, um die nächsten Schritte zu planen. Dazu kann es hilfreich sein, die Speicherorte zu benennen, um das Ausmaß des Datenmülls greifbar zu machen und die Rumpelecken zu identifizieren. Liegen die Dateien auf der Festplatte oder in der Cloud und inwieweit werden diese Daten miteinander synchronisiert? Welche Netzwerklaufwerke werden von Arbeitsgruppen gemeinsam genutzt und wie wird hier für Ordnung und Aussortieren gesorgt, insbesondere nach dem Ausscheiden von Mitarbeitenden oder dem Abschluss von Projekten. Wie sorge ich dafür, dass die wichtigen Daten für andere Menschen auffindbar bleiben?
Reduce: Was brauche ich wirklich? Wie viel ist genug?
Sind diese rumpeligen Ecken erstmal identifiziert, ist es wichtig zu entscheiden, welche Daten überhaupt überflüssig sind und gelöscht werden dürfen. Insbesondere in Arbeitskontexten, z.B. Forschungsprojekten, gehören Daten nicht unbedingt der Person, die mit ihnen arbeitet und sollten dementsprechend behandelt werden. Mittlerweile etablieren sich Forschungsdatenmanagementpläne, die Aufschluss darüber geben, was nach dem Ende eines Projektes mit den produzierten und gesammelten Daten passieren darf und muss. Für diese und andere Daten, wie z.B. für Verträge, Forschungsdaten o.ä. gelten Aufbewahrungsfristen, die selbstverständlich eingehalten werden müssen. Zudem können nicht alle Daten selbstständig gelöscht werden. Nutzer*innen digitaler Infrastrukturen sind zum Teil von Unternehmen, die z.B. Cloud-Speichersysteme zur Verfügung stellen, abhängig und hinterlassen Datenspuren, deren Speicherumfang nicht transparent gemacht wird. Die Nutzung hochschulinterner Cloudsysteme und Netzwerklaufwerke ist hierbei nicht nur im Sinne des Datenschutzes zu empfehlen, sondern bietet auch die Möglichkeit seitens der IT-Strukturen, notwendige Backups zu erstellen und unnötige Datenspuren zu löschen.
Einen guten Einstieg zum Ausmisten der eigenen Datenmülldeponien bietet das E-Mail-Postfach. Zugegeben mag es einmalig sehr aufwändig sein, alle Nachrichten und Unterordner durchzugehen und zu entscheiden, welche davon aktuell, welche vielleicht sogar in Gänze gelöscht werden können. An dieser Stelle sei auch der Ordner der gesendeten Nachrichten nicht zu vernachlässigen. Um dich dem befreienden Gefühl endgültig hinzugeben, leere zuallerletzt den Papierkorb.
Bist du erstmal auf den Geschmack gekommen, kannst du dich im nächsten Schritt deiner Cloud oder dem Netzwerklaufwerk widmen: Klicke und lösche dich hier durch angefangene und nie ausgeführte Ideensammlungen und wild abgelegte Notizen, die (mehrfach) heruntergeladenen Zeitschriftenartikel und die vielen Versionen deiner letzten Konferenzpräsentation. Auch der Blick in den Downloadordner und auf die älteren Backupversionen offenbart entsorgbare Daten. Am Ende kannst du auch hier den Papierkorb leeren und dir vorher die Größe der gelöschten Dateien anzeigen lassen, um zu quantifizieren, wie viel Speicherplatz du freigelegt hast. Die Daten im Beziehungsstatus „kompliziert“ und „unverbindlich daten“ hast du damit schon einmal bearbeitet. Bleiben die auseinandergelebten Beziehungen und jene mit einer sicheren Bindung: hier stellt sich die Frage, auf welche Daten du ständig Zugriff behalten möchtest (Cloud) und welche Daten vielleicht auch auf einer externen Festplatte gut gespeichert wären. Der Zugriff auf letztere ist aufwändiger, spart jedoch Energie, da Daten nicht zum ständigen Abruf bereitgestellt werden müssen.
Refuse: Welche gemeinschaftlichen Praktiken können etabliert werden, um Datenmüll gar nicht erst zu produzieren?
Noch besser, als regelmäßig Zeit an das Aufräumen und Löschen zu verschwenden, ist es, Praktiken zu etablieren, damit Datenmüll gar nicht erst entsteht oder zumindest schneller identifiziert werden kann. Dateien und E-Mails, die temporär wichtig, langfristig aber redundant oder überflüssig sind, können direkt in Ordnern abgespeichert werden, die nach Abschluss des jeweiligen Projektes ohne weitere Durchsicht gelöscht werden. Eindeutige und einheitliche Ordner- und Dateibenennung und regelmäßiges Ausmisten, z.B. immer zum Ende des Jahres, beschleunigen den Prozess.
In Zeiten vernetzter Zusammenarbeit erfordern diese Praktiken einen erhöhten Abstimmungsbedarf, können aber bei sinnvoll strukturierter Arbeitsteilung das Ausmisten ebenfalls beschleunigen. Absprachen bei den Aufgaben und Verantwortung innerhalb des Kollegiums spielen insbesondere bei der Veränderung etablierter Kommunikationspraktiken eine relevante Rolle. So kann ein Team sich z.B. darauf einigen, sich lieber in regelmäßig stattfindenden Teamtreffen Wertschätzung entgegenzubringen und dafür auf das Versenden von inhaltsleeren Antwort- und Dankesmails zu verzichten. Diese bezeugen zwar die Freundlichkeit der antwortenden Person, werden meistens jedoch ohnehin nicht weiter beachtet und verstopfen nicht nur Postfächer und Papierkörbe, sondern führen in der Datenübertragung auch zu leicht vermeidbarem Energieverbrauch. Auch der Umfang der Adressat*innen kann auf den Prüfstand gesetzt werden. Diese Praktiken reduzieren nicht nur den Ressourcenverbrauch, sondern auch den durch überfüllte Postfächer erzeugten Mental Load. Anstelle Dateien an E-Mails anzuhängen und damit zur Multiplizierung des erforderlichen Datenspeicherplatzes beizutragen, könnten diese stattdessen als geteilte Dokumente über eine Cloud bereitgestellt und nach oben beschriebenen Kriterien nach Gebrauch gelöscht werden.
Während die oben beispielhaft genannten individuell zu verantwortenden Praktiken schon gemeinsame Absprachen bedürfen, braucht eine umfassende Reflexion zur Prävention von Datenmüll auch die kollektive Bearbeitung weiterführender systemischer Fragen, von denen wir hier zwei exemplarisch ausführen.
Künstliche Intelligenz bewusst und reflektiert nutzen
Wie nutzen wir Automatisierung und Künstliche Intelligenz so, dass sie unsere Arbeitsprozesse insbesondere bei zuarbeitenden, organisierenden Funktionen erleichtern (z.B. Protokolle), ohne zusätzlichen Datenmüll zu produzieren? Als Beispiel sei hier die automatische Aufnahme und Transkription von Zoom genannt, die oft standardmäßig eingeschaltet ist und bewusst ausgeschaltet werden muss, damit diese Daten nicht produziert werden. Sollte sie, unter Einhaltung des Datenschutzes, dennoch zur Erleichterung von Arbeitsprozessen eingesetzt werden, können auch hier Absprachen getroffen werden, um die Daten nach der Bearbeitung, z.B. der Fertigstellung eines Protokolls aus einer Aufnahme oder eines Transkriptes, direkt wieder zu löschen.
Wo die Selbstbestimmtheit der Datenlöschung auf Hindernisse stößt
Zuletzt lässt sich die Frage stellen, wie ressourcenschonende Wissenschaftskommunikation aussehen kann, über deren Inhalte und deren potenzielles Löschen auch langfristig die Kontrolle besteht. Neben der Nutzung von Websites, die natürlich ebenfalls ressourcenschonend eingerichtet und nach einer gewissen Karenzzeit nach Projektende auch entsprechend abgeschaltet und gelöscht werden könnten, wirft vor allem die Nutzung von Social Media die Frage nach der Kontrolle der Daten und deren Löschung auf. Die gängigen Plattformen gehören größtenteils privaten Unternehmen, die das Ziel verfolgen, möglichst viele Daten zu generieren, um ihre Monopolstellung auszubauen und ihre Reichweite zu maximieren (Srnicek 2017). Dabei bleibt unklar, ob die publizierten Daten nicht auch bei den Plattformbetreibenden aufbewahrt werden und so die Kontrolle für die Löschung aus der Hand gegeben wird. Demzufolge stellt sich auch die Frage, ob die Nutzung dieser Plattformen für nachhaltige digitale Wissenschaftskommunikation neben der Fragwürdigkeit anti-demokratischer Haltungen ihrer Besitzer überhaupt in Frage kommen.
Im Sinne der Frage, wie Digitalisierung nicht nur als Werkzeug für nachhaltige Entwicklung, sondern auch selbst nachhaltig gestaltet sein kann, ließen sich an dieser Stelle noch viele weitere Themen behandeln. Die Universität Münster hat sich mit der Digital Cleanup Week auf den Weg gemacht, diese Fragen auf den Tisch zu legen und nachhaltige Praktiken im Umgang mit digitalen Daten zu etablieren. Doch auch über den Hochschulkontext hinaus ist es an der Zeit, Platz zu machen auf dem digitalen Schreibtisch – für mehr Energie und sozial-ökologische Verträglichkeit.
Autorinnenbeschreibung
Monika Dzialas ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Mediensoziologie und Nachhaltigkeit am Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Münster. Zuletzt beschäftigte sie sich im Rahmen des (damals) BMBF-finanzierten Verbundprojektes „BreGoS. Bremen Goes Sustainable“ mit den Governance-Prozessen, Netzwerkstrukturen und Nachhaltigkeitspraktiken an Hochschulen und beteiligte sich anknüpfend daran an der Durchführung der Digital Cleanup Week der Universität Münster.
Dr. Rebecca Froese ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit (RIFS). Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich des sozialen Engagements für sozial-ökologische Transformationen und beschäftigt sich darüber hinaus mit der Wirkungsforschung und Erprobung kreativer und kunstbasierter Methoden, die sich mit Fragen der Demokratie, Gerechtigkeit und Konflikttransformation befassen. Zuvor arbeitete sie als PostDoc im BMBF-finanzierten Projekt SUNRISE LAB an der Uni Münster. Im Rahmen dieses Projektes initiierte sie gemeinsam mit den Kolleg*innen Monika Dzialas, Fynn Schmidt und Dr. Julia Wiethüchter im Jahr 2025 die erste Digital Cleanup Week an der Universität Münster.
Literatur
BMWK (Hrsg.) (2025). Stand und Entwicklung des Rechenzentrumsstandorts Deutschland. Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Berlin: BMWK.
Engelt, Alexandra (2025). Modell der R-Strategien. Online verfügbar unter: https://www.din.de/de/forschung-und-innovation/themen/circular-economy/normenrecherche/modell-der-R-Strategien.
Hintemann, Ralph/ Hinterholzer, Simon (2025). Rechenzentren in Deutschland: Aktuelle Marktentwicklungen (Update 2025). Berlin: Bitkom.
Jungblut, Sarah-Indra (2025). Rechenzentrenausbau auf Kosten der Stromkunden? Das Energieproblem hinter dem KI-Hype. Online verfügbar unter: https://algorithmwatch.org/de/rechenzentren-strompreise/.
Srnicek, Nick (2017). Platform Capitalism. Cambridge, UK ; Malden, MA, USA: Polity.
Umweltbundesamt (2019). Digitalisierung nachhaltig gestalten. Ein Impulspapier des Umweltbundesamtes.
UN WCED (1987). Our common future. World Commission on Environment and Development. Online verfügbar unter: https://sustainabledevelopment.un.org/content/documents/5987our-common-future.pdf
